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Tönerne Zeiten

 

Zurück zu „Musik“

 

Tönerne Zeiten

Sounding times

Wer kennt nicht die Momente, in denen ein Musikstück oder eine Melodie den Raum der Vergangenheit öffnet und uns in weit entfernte, erlebte Situationen zurück versetzt? Kulturgeschichtlich betrachtet, bieten diese Zustände den Stoff und das Motiv für unzählige Werke der Literatur, der Kunst und der Musik. Die Vergangenheit hütet ein Geheimnis, in das uns die Gegenwart kurzzeitig tiefe Einsichten gewährt.
Ich muss betonen, dass die Musik in unserem Leben eine wichtige Rolle spielte und dieses intensivierte. Uns, den Kindern der ersten Nachkriegsgeneration in Trier. Wir, die den Krieg glücklicherweise nicht mehr erlebt hatten.
Wir sollten es einmal besser haben, so das inbrünstige Versprechen und Vorhaben, das unzählige Male von den Eltern an die Kinder weitergegeben wurde. Die Eltern sollten recht haben.
Aber unbewusst wurde ebenso das Trauma des Krieges mit der Muttermilch an die Kinder weitergegeben durch Verhaltensweisen, Erinnerungen, Stimmungen und Lieder.
Aber es war auch nicht einfach: Die Demoralisierung des verlorenen Krieges. Das Neuerlernen eines komplexen Demokratieverständnisses und seine Regeln. Auch daraus ist zu verstehen: Melancholie ist das Leitmotiv vieler Lieder und Schlager der 1950er Jahre.
Und wir? Wir spielten in Trümmern, fanden „Blindgänger“ in den Ruinen der Nach¬barschaft und gingen zum Religionsunterricht.
Wie wir heute wissen, zeichneten sich die 50er und 60er Jahre dadurch aus, dass eine vorhandene stigmatisierte Generationslinie von einer neuen jungen Generationslinie überkreuzt wurde und diese in der Geschichte Deutschlands einen nie dagewesenen Konflikt auslöste, der in seiner Dynamik in eine neue Jugendkultur mündete, die als Hippy- und Protestbewegung in die Sozialgeschichte einging und als radikales Phänomen in die Terrorerscheinungen der 60er und 70er Jahren führte.
Insgesamt muss ich sagen, dass mir durch die Musik, durch die Bands, Gigs und Auf¬tritte und den Umgang mit vielen Menschen, Einblicke in gesellschaftliche und soziale Zusammenhänge gewährt wurden, die ich sonst in meiner Jugend vermutlich so nicht erlebt hätte.

Musik war eine Art therapeutisches Medium, welches mir und Freunden half pubertäre Melancholie, Probleme und Wallun¬gen in Tönen Ausdruck zu verleihen.


Musik war ein Zufluchtsort neben der Realität, ein Idol, welches uns über diese Geschichte hinweghalf.
Während wir unserem bescheidenen musikalischen Interesse und Können nachgingen, wuchs der so genannte „Wohlstand“ in Deutschland.
In der Musik kompensierte sich einerseits eine Sehnsucht in uns, ein unbeschreibbarer revolu¬tionärer Gedanke und andererseits ein Verhalten, dass durch die Studenten¬revolten dieser Zeit, sowie durch die Jugendkulturen in der Welt wie Rock, Pop und die Hip¬piebewegung beeinflusst war:
Alles anders als unsere Eltern zu machen!
Dies machte sich natürlich intellektuell, musikalisch, und vor allen Dingen im Outfit bemerkbar. Politik im Anzug war uns suspekt!

Die Musik war ein heiliges Ritual und das Proben in der Gruppe oder alleine zuhause mit dem Instrument wurde leidenschaftlich und verbissen durchgeführt. Irgendwie nutzten wir die Besessenheit der Droge „Musik“. Zumindest als sozial-verbindendes Element als Musikgruppe.

Ich beginne einfach im Jahr 1964.
Da war ich 12 Jahre alt. Bis zu meinem 10. Lebensjahr lebte ich in der Hinterstraße nahe der Weberbachstrasse, wo ich neben dem Palastgarten und den Kaiserthermen aufwuchs.
Nun waren wir in Trier-West. Trier-West war verrufen.
Das „Land der fliegenden Messer“ wurde es genannt.
Durch die vielen Flüchtlingsfamilien aus den so genannten Hornkasernen, hatte „mein“ neuer Stadtteil die schärfste Körnung groben Schleifpapiers.
Mein Bruder, der 4 Jahre älter war, hatte mit Freunden begonnen in einer Band zu spielen.
Aber eigentlich gab es gar keine Band, es war mehr das Gehabe darum.
Die Band war aber so gut wie gegründet:
Der Schlagzeuger hieß Tommy und der Gitarrist Jerry.
Dies war ein Bewegungsstrang, den ich zuhause wahrnahm.

Meine eigentliche Berührung mit der Musik, also ich meine Rock¬musik, damals wurde das Beatmusik genannt, war im Jugend¬pfadfinderheim, Christ König, Trier West.
Dort hatten sich einige Freunde zusammen gefunden, die mit so genannten Wanderklampfen herumspielten.
Dies waren Leo Lauter, Damian Knoop, und ich.
Wir quälten uns, „Wipe out“ und „Peter Gun“ auf der Wandergi¬tarre zu spielen, während Leo versuchte, mit Händen oder Stöcken auf Stühlen und Kartons den Rhythmus der „German Bonds“ zu schlagen.
Damian war der Erste, der eine Elektrogitarre bekam und bevor er einen Verstärker hatte, experimentierten wir mit seinem alten Ra¬dio mit „magischem Auge“, dessen Leinenbezug vorne weg bebte.
Leo Lauter folgte kurze Zeit danach mit einem Schlagzeug.
Nur ich konnte meine Eltern nicht überzeugen, denn sie waren auch nicht in der Lage mir eine Gitarre, geschweige denn eine Elektrogi¬tarre zu kaufen.
Viel später kaufte mein Vater mir für 5 Mark eine Gitarre aus der Nachbar¬schaft und ich versuchte alles aus ihr herauszuholen…..!

Kurze Zeit später traf ich die alten Freunde wieder im Proberaum von Christ König und musste feststellen, dass sie schon bestens ausgerüstet waren und mittlerweile der Bruder von Leo Lauter, ge¬nannt Fatz, prima probten und ich war tief beeindruckt von dem Sound und gleichermaßen tief traurig, dass ich nicht mitspielen konnte.
Es dauerte dann auch nicht sehr lange, dass diese Band „The Kinks“ Karriere machte, in dem Sinne, dass Leo Lauter als der „kleinste Schlagzeu¬ger Deutschlands“ im „Trierischen Volksfreund“ bezeichnet wurde, als sie als Vorgruppe von den „Lords“ im Apol¬lokino in Trier und später mit den „Rattles“ als Vorgruppe spielten.

Dieses Konzert mit den Lords in Trier war meine erste Liveveranstal¬tung, die nicht nur ich als phänomenal erlebte.
Die Türen des Apollotheaters wurden fast eingedrückt durch die Menschenmassen.

Leo führte mich nach seinem Auftritt hinter die Bühne, wo die „Lords“ saßen und ihre Zigaretten rauchten oder ihr Equipment prüften, ect..
Als 13jähriger empfand ich diese Situation bei den „Stars“ zu sein als so euphorisch, dass ich den Gitarristen fragte, ob er nicht eine alte Gitrarrenseite hätte, die ich als Andenken mitnehmen könnte.
Man machte sich darüber ziemlich lustig und ich war sehr verle¬gen!

Der eben schon erwähnte Jerry Sachs spielte und probte auch im Don Bosko Heim in Trier West. Die Band von ihm hieß „The G-Mans“.
Im Don Bosko Heim probten viele Bands und eigentlich hätte der Leiter, Pater Kurt Scholten, ein Benediktinermönch mit den dicksten Brillengläsern die ich je sah, für sein fortschrittliches Engagement und seine Arbeit ein Bundesverdienstkreuz verdient, da er sehr um¬sichtig und tolerant mit der Jugend umging.
Jedenfalls war hier eine Adresse, von der sehr viel musikalische Ein-flüsse ausgingen und wie wir noch hören werden, haben sich hier viele Musiker in frühen Jahren getroffen, die später in bekannteren Forma-tionen spielten.
Zum Beispiel erinnere ich mich an eine Instrumental¬gruppe, die „Falkens“ hieß: Beste Stratocaster und Fenderanlagen sowie eine Bass-Drums mit ovaler Formung.

Während ich auf meiner Wandergitarre versuchte Akkorde, Riffs und Solis, die ich im Don Bosko Heim sah und hörte, rauszutüfteln, hatte mein Bruder Ferdinand mittlerweile eine Schlaggitarre von Framus.

Er beherrschte schon mehrere Akkorde unter anderem auch Barre-Griffe, was in dieser Zeit etwas Besonderes war.
Wir versuchten natürlich zusammen zu spielen.
Ich Solo, er Rhythmus, ich Rhythmus er Solo.

Ich konnte meinen Vater überzeugen, dass ich eine andere Gitarre benötigte.
Nicht das er mir einen neue kaufte!
Nein, er ging mit mir in diesen Laden (Musik Hübner, Neyses war noch Lehrling), in dem ich mir eine 12-seitige Framus-Gitarre aus¬gesucht hatte, und handelte mit Frau Hübner, die sehr nett war, aus, dass ich jede Woche meine 5 Mark Taschengeld zu ihr brachte, um in Raten diese Gitarre abzuzahlen.
Was denn auch so geschah.

Diese Gitarre öffnete mir neue Welten.
Aus 12 Saiten wurden mit der Zeit 6 Saiten und es kam ein Schaller- Tonabnehmer irgendwann dazu.
Diese Gitarre begleitete mich sehr lange.
Ich glaube ich habe Sie später in Berlin in den 80er Jahren in ein Kunstobjekt einge¬baut. Jedenfalls Teile davon.

Mittlerweile war ich im 1. Lehrjahr und 14 Jahre alt.
Von der Schule und von den Pfadfindern kannte ich Karli. (Karl Weber)
Karli hatte eine schwarze Elvistolle und irgendwie, ich weiß nicht mehr wann und in welchem Zusammenhang, beschlossen wir eine Band zu gründen.
Durch Karli lernte ich Pitt (Peter Stefanovic) und Uwe (Kesselheim) kennen.
Wir gründeten die Band „The Lonely Ones“.
Glanzvolle Karriere dieser Band waren 2 große Auftritte:
Erster Auftritt war das erste große Rockfestival im Bürgerverein in Trier, wo wir den 9.Platz belegten (1968):
Neben den musikalischen Eindrücken war es interessant, dass sich dort sehr viele Musikerkollegen das erste Mal sahen, die später noch sehr viel Kontakt miteinander haben sollten.
Zum Beispiel traf ich Rainer Benedum dort zu ersten Mal, der mich an seinem Schlagzeug und vor allen Dingen mit einer tollen schwarzen Leder¬weste, mit riesigen Frasenknöpfen beeindruckte.
Der 2. Auftritt der „Lonley ones“ war irgendwo in einer Stadt im Saarland.
Pitt hatte diesen Gig organisiert.
Da unser Programm nur ca. 7 Stücke beinhaltete, mussten wir die¬ses Programm mehrmals an diesem Abend wiederholen.
Und wie das so war, kam an diesem Abend auch eine Band aus dem Ort, die dann auch mal spielen wollten und die man auch spielen ließ.
So war das halt.
Geld bekamen wir keins, weil der Wirt behauptete, er müsse die GEMA-Gebühren bezahlen.

Mein Bruder hatte mittlerweile schon Erfahrungen mit Tanzmusik.
T-Musik wurde etwas missachtend betrachtet (auch heute noch…), aber mit Tanzmu¬sik verband man auch Geldverdienen.
Da dies ein nicht zu unterschätzender Aspekt war, gründeten wir eine Tanzmusikband.
Diese nannte sich Hofermika.
Mit Hofermika (Horst, Ferdinand, Michael Karli) hatten wir viele Gigs und Auftritte im Hunsrück, Moselland und Trier.
Da ich 15 Jahre alt war, musste mein Bruder die Verantwortung für mich übernehmen, wenn wir am Wochen¬ende bis in die Nacht Tanzmusik spielten.
Mit dem Auftritt in Kürenz in der Tabaksmühle, verbinde ich eigent¬lich die schönste Zeit mit dieser Band, nicht zuletzt, weil zur gege¬bener Stunde die Wirtin selbst als Sängerin auftrat und einige Stü¬cke, z.B. „Am Tag als der Regen kam“ oder „Melancholie im Sep¬tember“ zum Besten gab.
Einmal küsste sie mich sogar nach dem Singen vor dem Publikum, was ich als nicht unangenehm empfand.

Man tingelte von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt und verdiente Geld mit der Tanzmusik, dass meiste Geld verdiente man an Kar¬neval, was aber auch gleichzeitig die größte Strapaze und Über¬windung war.
Angefangen von der einfachsten Bauernhochzeit im Hunsrück,
über das Jahresengagement in einer Dorfkneipe mit Tanzsaal, wo man in einem Jahr die ganze Familienplanungen vorgelebt bekam (Filsch), über taktgezählte Musik für den Premiereabend einer Tanzschule, über die zunehmend ausgelassener werdenden Karnevalsauftrit¬ten von Menschen, die mit zunehmender Stunde und Promillezahl vulgär bis obszön ihre Phantasien auslebten,
über Rotarier-Bälle, bei denen graue Honoratioren von ihren Frauen beglei¬tet mit einem Tusch und anschließender Tanzmusik geehrt wurden, über menschenreiche Volksfeste, über leere Ball¬säle und deren verzweifelten Veranstaltern, bis hin zu bestbezahl¬ten Gigs in Hotelloungen und eingelade¬nen Familienfeiern, wo am Höhepunkt der Festlichkeiten der uralte Famili¬enzwist wieder aus¬brach und den Abend beendete.
Aber es gab auch Abende und Auftritte, bei denen man das Pub¬likum kaum wahrnahm; wo man mit der Musik eins war und wo das Publikum diese Verschmelzung spürte und mit trug.
Diese Form der Musik war mir am liebsten.

In dieser Zeit gab es einige Lokale mit Livemusik.
Schade, dass dies heute nicht mehr so ist.

In abgelegener Lage im Wald, oben an der Bitburgerstr., gab es ein Lokal, mit halb¬seidenem Ruf:
Die Wilhelmshöhe!
Ich erwähne die Wilhelmshöhe, weil sie gewissermaßen eine Institu¬tion war und ein musikalisches Mekka für viele Trierer Musiker dar¬stellte, sodass der Einfluss für uns alle in dieser Zeit außerordentlich war.
Die Wilhelmshöhe war rau, schmutzig, subversiv, aber sie war eine Institution.
Warum?
Wenn in Trier die anderen Lokale in der Nacht schlossen, öffnete die Wilhelmshöhe gerade ihre Türen.
Dort spielten Live-Bands zumeist aus England, Indonesien und manchmal auch aus den USA.
Hier tummelten sich die stationierten amerikanischen Soldaten, meist aus Bitburg.
Und es war ein Umschlagplatz für Mädchen und Drogen.
Und es herrschte eine laute, ausgelassene und rauere Stimmung als in den amerikanischen Offiziers-Clubs sonst, wo wir auch schon manchmal spiel¬ten.
Obwohl dieses ganze Milieu eher Unwohlsein und manchmal be-ängstige Aus¬strahlung auf mich hatte, gab es dennoch einen Reiz, wahrscheinlich der Reiz des Illegalen und des Verbotenen, der unsere Anwesenheit motivierte.
Nicht zuletzt deswegen, (und es ging nicht nur mir so), weil wir schon mit 14 oder 15 Jahren nach der Tanzmusik oft diesen Club aufsuchten.
Ich erin¬nere mich, dass ich mich desöfteren in der Toilette und in den Hinterräumen versteckten musste, wenn die deutsche Polizei oder die GIs kontrollierten.
Die Musik dort zu hören war eine großartige Offenbarung!
Profi-Musikern gegenüber zu stehen, hautnah ihre Läufe auf der Gitarre zu erleben, der Schweiß, der Rauch, der Tanz der GoGo-Girls, alles echt und au¬thentisch und so pur im Raum, dass der Bass physisch in den Magenwan¬dungen zu spüren war.

Aber es gab auch schlimmer Dinge zu berichten:
Erich Pützer, ein befreundeter Gitarrist aus Trier, der bei „Holz¬wurm“ eine Zeit lang Bass spielte, wurde mit seiner Freundin auf der Wilhelmshöhe von einem amerikanischen Soldaten angegriffen.
Derart, dass Ihm der Soldat eine abgeschlagene Flasche ins Ge¬sicht stach….Erich überlebte, aber sein Gesicht erzählt noch heute davon.

Die Wilhelmshöhe war dennoch einzigartig.
Diese Erfahrungen und meine Erlebnisse in den Offiziersclub haben nicht nur musikalisch nachhaltig Eindruck hinterlassen, sondern auch eine Sympathie für die Amerikaner in dieser Zeit.
Von da her konnte ich mir erst in den späten 1980er Jahren den Wunsch erfüllen, dass ich mit Frau und Kind längere Zeit in Amerika arbei¬ten, ausstellen und leben konnte.
Aus diesen Einblicken und Erfahrungen und aus gegenwärtiger Sicht über politische und gesellschaftliche Bewegungen in den USA, hat sich meine naive und bewundernde Haltung zu Amerika von damals stark relativiert, insbesondere durch die aktuellen Kriegsbege¬benheiten, aber auch schon in der Vergangenheit durch die Politik eines Bushs sen., Rea¬gans und natürlich gegenwärtig eines Georges Bush.


Durch die Tantiemen der Tanzmusik konnte ich mir endlich eine „anständige“ E-Gitarre kaufen:
Einen Gipson-Nachbau von Hoyer.
Es war die schwarze Les Paul, die ich nach einigen Jahren mit Hambacking Tonabnehmern, die ich in London erworben hatte, versah; sodass ich einen wirklichen Gibson-Klang zu hören glaubte.
Eine zeitlang übermalte ich den „Hoyer-Schriftzug“ oben am Gitarrenhals mit dem Gipson-Emblem.

Außerdem kaufte ich mir einen kleinen Fender-Reverb, der mich lange begleitete und den ich heute noch besitze.
In Trier-Kürenz, nicht weit weg von der Tabaksmühle, sollte auch das nächste Epizentrum musikalischen Lernens und Erlebens, aber auch freundschaftliche Verbundenheit, stattfinden.
Ich lernte Äbby Simons kennen, dessen Vater ein Musikgeschäft in Trier betrieb.
Äbby Simons spielte Bassgitarre, sein Bruder Manfred, genant Manny, spielte Schlagzeug und der Nachbar, nämlich Werner Nossem, spielte auch Gitarre.

Die Band nannte sich „Fox-Popoli“ und ich muss sagen, wir übten ernsthaft im Keller von Äbbys Oma, insbesondere Stücke von Thetro Tull, natürlich den Beatles und „eigene Stücke“.
Zu einer Probe, es muss im Jahre 1969 gewesen sein, brachte Äbby einen bekannten Trierer Schlagzeuger mit, den ein hervorragender Ruf begleitete:
Dies war Martin Hermann!
Wir hatten in der Nähe von Bonn einen „großen Auftritt“ in der Aula eines Gymnasiums, wo mindestens 30 Personen erschienen waren.
Auch einige unserer „Trierer Fans“ waren mit angereist.
Der Abend war viel zu laut, aber wir fuhren alle mit einem erfolg¬reichen Gefühl nach Hause.

Werner Nossem war ein hervorragender Musiker, er spielte nicht nur Gitarre, sondern auch Klavier wie sein Vater.
Werner Nossem war eine charismatische Person, über die Musik hinaus, aber gleichermaßen auch eine dramatische Figur, die lei¬der ein zu frühes und trauriges Ende erfuhr.
Ich lernte eine Menge von ihm und ehrlicherweise muss ich sagen, dass er zu dieser Zeit mein „Meister“ war.
Leider konnte Werner bei den Entwicklungen auf das Equipment bezogen, nicht mithalten, weil er keinen finanziellen Möglichkeiten hatte.
Die Band brach auseinander, zurück blieben Äbby und ich.
Wir orientierten uns neu.

Die Musik wurde lauter. Unserer Haare wuchsen länger, und unsere Verstärker wuchsen ebenfalls zu Türmen.
Mittlerweile war Karly (Karl Weber) Schlagzeuger in der Gruppe von Fox-Popoli geworden.
Ein Trio zwischen Hard Rock und Heavy Metall, orientiert an „Creme“, aber mit dem Anspruch, eigene Stücke zu gestalten.
Ein „großer Auftritt“ im Saarland, ich glaube in Dillingen, war sehr er-folgreich.
So erfolgreich, dass wir sogar zum ersten Mal Autogramme gaben, worüber wir wirklich verlegen waren…!

Im Don Boskoheim (Das muss so um 1966 oder 1967 gewesen sein), hörte ich eine Gruppe, in der besonders der Organist und der Bas¬sist hervorstachen.
Der Organist hieß Bernd Schönhofen und der Bassist war Dieter Neyses.
1970 trafen wir uns wieder!
Bernd Schönhofen ein Musiker, dem man eine professionelle Zu¬kunft aufgrund seines Talentes voraussagte, nahm mich in seine Tanzmusik-Truppe auf (1970).
Hier waren die Stücke schon anspruchsvoller und ich lernte viele neue Stücke und Harmonien, Akkorde und Rhythmen.
Überhaupt wurde der Umgang mit der Musik, auch durch Bernds konsequentes Probeverhalten, ein anderes; ein neues für mich.
Die musikalischen Ansprüche wuchsen mit der technischen Ver¬siertheit.
Die ersten Berührungen mit Jazz-Akkorden fanden in dieser Zeit statt.
Unser Tanzmusik Drummer, Olli Kaiser, hatte einen Fabel für Swing und Bernd mit seiner B3-Hammond Orgel, den originalen Jimmy Smith-Sound.

Über Bernd Schönhofen lernte ich nun auch Martin Hermann musi¬kalisch schätzen und mit dem Bassisten Dieter Neyses, der übrigens mit mir an der FH im gleichen Jahrgang Innenarchitektur studierte, gründeten wir die Gruppe „Holzwurm“.
Manchmal kam noch ein Gitarrist dazu: ein Gitarrenbauer mit ei¬ner tollen Fender-Stratocaster.
Eine Zeit lang spielte auch der Gitarrist Karli Schultz bei Holz¬wurm mit, den ich auch als sehr versierten und solobegabten Gitarris¬ten schätzen lernte.
Last but not least, zwei Bläser:
Michael Trierweiler an der Posaune und der Saxophonist Günther Marxen. Martin und Bernd ergänzten sich hervorragend als Analytiker und Arrangeure.

Heute kann ich es sagen:
Die Erfahrung mit dieser Konstellation bedeutete für mich einen Aufstieg und einen Einstieg in neue Möglichkeiten, im Umgang mit dieser Musik und mit meinem Instrument.
In dieser Riege lernte ich eine Menge und mir war, als ob ich eine Art „höheren Weihen“ erhielt.
Die Proben wurden komplizierter und anspruchsvoller, sie mischten sich mit intellektuellen Ansprüchen, denn die Musik hieß „Rock-Jazz“.
Vom Rock kamen die meisten von uns, und mit Jazz verband ich eine relativ unbekannte, aber reizvolle, komplizierte Harmoniewelt.
Jedenfalls eine Freiheit, die ich bis dato noch nicht kennen gelernt hatte.

Nach den Proben hörten wir uns die Tonbänder vom gleichen Abend an und fachsimpelten über Verbesserungsvorschläge, Fehler oder Missklänge.
Besonders die Treffen bei Michael Trierweiler zu hause habe ich in guter Erin¬nerung:
Er legte oft Schallplatten von berühmten Jazzgrößen, wie Charles Mingus, Dissy Gillespie oder Charly Parker auf.
Diese Musik bewusst zu hören war für mich neu!
Sie beeinflusste und prägte mich nachhaltig.
Ich merkte, dass hier Musik ein System darstellte, dass sehr stark durch eine Persönlichkeit, durch eine Lebenshaltung geprägt war, die sich in der Musik manifestierte.

Die Konsequenz für mich daraus war, dass ich Stücke nicht mehr nur nachspielen oder covern wollte, sondern vielmehr interes¬sierte mich ein Zustand, eine Versiertheit zu erlangen, die in der Form vielleicht etwas mehr über die Gefühlslage des Menschen aus¬sagt und somit vielleicht einen Ausdruck erlangt, der als Ideal mit den Ex¬pressionisten in der Bildenden Kunst vergleichbar wäre.
Dies waren hohe Ziele und sind es immer noch.
Es ist eine Haltung, die ein Leben lang anhalten kann und einen zum Suchen und Finden veranlasst.
Heute würde ich diesen Zustand mit dem Synonym: Der Weg ist das Ziel, benennen.

Aber zurück in die Vergangenheit:
Holzwurm war beeinflusst durch Gruppen wie Nukleus, Volker Krie¬gel, also United Jazzensemble und Softmaschine.
Wir versuchten technische Rhythmen und Läufe mit improvisatori¬schem Ausdruck, so¬weit uns das möglich war, zu verbinden, also thematische klare Vorgabe mit Improvisation zu kombinieren.
Holzwurm war ein Experiment!

Das Labor für dieses Experiment hieß „Exzellenzhaus“.

Das Ex-Haus war ein Aufnahmelager für alle möglichen „musikali¬sche Flüchtlinge“ und es hatte schon eine Beat-Tradition:
Es gab schon in den frühen 1960er Jahren vielen Gruppen die Möglich-keit, so z.B. den „Rats“ öffentlich aufzutreten.
Ohne Ex-Haus wäre die musikalische Sozialisation vieler Trierer Mu¬siker anders verlaufen.
Das Exzellenzhaus mauserte sich Ende der 1960er Jahre zu einem jugendkulturellen Zentrum, in dem verschiedene Aktivitäten stattfan¬den, und wo insbesondere für Bands und Musikgruppen Räumlichkeiten zur Verfügung standen.
Dies war außerordentlich lobenswert und ist es immer noch und ich möchte an die¬ser Stelle Lothar Blum, dem ersten Leiter des Exzellenzhauses und seinem Nachfolger für ihr Engagement danken.
Und für die Möglichkeiten, die sie uns durch ihr Verständnis gaben.
Nicht umsonst fand auch eine Kunstausstellung im Exzel¬lenzhaus im Jahre 1971 mit meinen Zeichnungen statt.

Die Gruppe „Fomal“ sollte noch kurz Erwähnung finden, dass sie den Traum vom professionellen Spielen und Reisen als einzige Gruppe im „Ex.“ für eine gewisse Zeit konsequent ausführte und durchlebte.
Verschiedene Musiker um Klaus Lehmann kauften einen alten LKW, mit dem sie durch Frankreich fuhren. In dem sie lebten und auch ihr Equipment mit sich führten.
Manchmal habe ich diese Gruppe aus diesem Grund beneidet.

Martin Hermann wurde ein Freund und er infizierte mich nicht nur musikalisch, sondern auch als Aquarianer und Angler.
Während wir seine Skalare in seinem riesigen Aquarium betrachte¬ten, legte er die neusten Schallplatten auf und wir inhalierten durch die Augen und die Ohren.

Die „Holzwürmer“ wurden: elitär, autistisch, unkommerziell, progressiv, und meditativ.
Wir wollten einfach anders klingen!
Wir gewannen den ersten Preis bei einem Rockfestival in Trier (Mariahof).
Die wenigen Konzerte, die wir in Trier gaben, waren immer gut besucht und waren kleine Sternstunden.
Eine gewisse musikalische Esoterik überkam uns, die aber einen Anspruch pflegte und eine Qualität provozierte.

Ich entwickelte parallel zu „Holzwurm“ mit Rudolf Holbach, einem durchaus begab¬ten Schreiber und Sänger, ein Programm mit Klassischer Gitarre und mit deut¬schen Texten, z. Teil von Rolf Biermann, Kurt Weil, Bert Brecht, etc., und selbst komponierten Stücken.
Rudolf lieferte den Text und ich die Musik.
Neben der musikalischen Herausforderung in diesem Projekt war die Ausei¬nandersetzung mit den z. Teil politischen und gesellschaftlichen Texten für mich eine „bewusstseinsbildende Maßnahme“.
Diese Tätigkeit war durchaus auch eine Art von Willensbildung als Musiker oder Künstler in der Gesellschaft.
Rudolf und ich hatten auch über die Musik hinaus interessante Gespräche über Philosophie, Religion und Politik.


Zurück zu „Holzwurm“:
Mit dem Bassisten von „Holzwurm“ Dieter Neyses war ich sehr gut befreundet.
Dieter hatte auch künstlerische Ambitionen und war gewissermaßen der Intellektuellste und Radikalste unter uns.
Seine Kritik am Establishment äußerte sich z.B. in der Aufforderung, jedem Mer¬cedes den „Stern“ abzubrechen.

So waren wir voller Widersprüche, aber auch voller schlummernder Qualitäten.
Dieters musikalisch totalitärer Anspruch, der in Richtung Freejazz zu dieser Zeit ging, provozierte damals unvergessene Sessions, die ich mit ihm neben „Holz¬wurm“ durchführte und die mich stark prägten.
Überhaupt waren wir nicht nur in der Musik sehr experimentierfreudig: durch Dieter kam ich zur Photografie, zu Gottfried Benn und Hermann Hesse.
Wir identifizierten uns beide mit dem „Steppenwolf“.

Von „Holzwurm“ gingen einige Parallelstränge aus:
Martin Hermann und Michael Trierweiler sowie der Saxophonist Günter Marxen, spielten noch regelmäßig in einer Di¬xie-Band.
Bernd Schönhofen praktizierte auch weiterhin anspruchsvolle Tanzmusik.
Er betrieb auch kurze Zeit ein Musikgeschäft in Trier, aber ich erinnere mich auch an eine musikalische Aufführung in Biewer, in der Mehrzweckhalle, wo das Musical „Hair“ aufgeführt wurde, mit einigen Musikern von „Palma Gunkel“ sowie Günther Klotz, (den ich später in Berlin wieder traf und mit dem mich eine lange Freundschaft verbindet), und natürlich Bernd Schönhofen, der, so glaube ich, die musikalische Leitung bei diesem Musical übernommen hatte.
Irgendwann hatte Bernd Trier verlassen.
Keiner wusste wo er war, so schien es.
30 Jahre später erfuhr ich, dass er in der Nähe von Köln ein Musikstudio gegründet hatte.
Bei Bernd hatte ich den Eindruck, dass die musikalischen Interessen eines hochbegabten Musikers plötzlich mit geschäftlich-spekulativen Motiven vermischt wurden, was mich etwas wehmütig stimmt.
Aber er spielt heute noch in einer Cover-Band.

Was die Tanzmusik betraf, so gab es mehrere Bands, mit denen ich auf verschiedenem Niveau, neben „Holzwurm“, musizierte.
Zu erwähnen wäre die Big-Band „Alb Hardy“ von Edgar Bösen.
Dieser Name war auch Synonym und meine Teilnahme in dieser Band betraf vielleicht 3 oder 4 Auftritte.
Dennoch machte diese Band sehr gute Musik.
Insbesondere im Bereich des Bläsersatzes war diese Gruppe einmalig in Trier zu dieser Zeit.


Eine andere Band, mit der ich jahrelang durch die Gegend tingelte, mit viel Erfolg und viel Spaß war die Gruppe Penny-Saints.
Eine Gruppe von der noch zwei Mitglieder der alten Besetzung geblieben waren:
Benny Kündgen und Manfred Tappert und ein Organist mit einer B3, der ein notorischer Verspieler war. Dennoch hatte es Spaß gemacht.

Benny Kündgen war als Schlagzeuger mit der Gruppe „Black Cats“ sehr bekannt geworden und diese hatte schon in den 1960er Jahren eine LP ver¬öffentlicht.
Die Gruppe „Black Cats“, mit dem Organisten Petro, war insbesondere durch Soul-Stücke von Ray Charles und Otis Redding, bekannt geworden. Mit Recht!
Sie hatten zwei schwarze Sänger als Frontmänner, die hervorragend zusammen korrespondierten.
Einer von ihnen hatte manchmal Auftritte bei den „Penny Saints“.
Ein begnadeter Sänger! Sein Name: Bill March.
Mit den „Penny Saints“ spielten wir häufig in den amerikanischen Offiziers-Clubs, in Bitburg oder Hahn.

In sehr guter Erinnerung habe ich auch noch die Gruppe „Meteors“.
Am Bass der vielseitigste Bassist Triers:
Wolfgang Thiel, Drums: Gerd Irmen, E-Piano, Keyboard: Christian Wend, Saxophon: Walter Scherbaum.
Wir hatten einen Dauergig von ca. 6 Monaten in Nittel an der Mosel, wo wir durchaus einige gute Arrangements gestalteten und darboten.
Aber auch Lieder mit französisch klingenden Texten, die gar nicht französisch waren, vom Publikum aber mit viel Applaus honoriert wurden.

Die Gigs in den Offiziers-Clubs der Amerikaner, waren sehr beliebt, da es dort „gutes Geld“ zu verdienen gab und überhaupt die Verpflegung und das Ambiente stimmte.
Aber es kommt noch eine andere Dimension dazu, wenn ich darüber nachdenke, was die Qualität dieser Auftritte in den Clubs ausmachte:
Die Sympathie für den „amerikanischen Sieger“, kannten wir von Kindheit an.
Amerika schien etwas zu haben, was wir nicht hatten.
Amerika schien Wohlstand, Freiheit und Sicherheit zu vermitteln:
Die Amerikaner waren meist freundlich, großzügig und entgegenkommend.
Die GIs mit ihren meist deutschen Freundinnen waren sympathisch sowie uns und der Musik aufgeschlossen, außerdem kamen sie aus einem Land, wo die Pop-Musik an Bäumen wuchs, und wo man die Sprache sprach, mit der die Lieder der Beat- und Pop-Musik getextet waren.

Zurück in die 1970er Jahre:

Dem „Professor“ Rolf Berres im Ex-Haus, hatte ich eine Refox A 77 , 4 Spur Tonbandmaschine abgekauft, mit der ich unsere Auftritte, aber auch unsere Proben mitschnitt. (Dieses Gerät hat mich bis heute nicht im Stich gelassen und ich habe viele Aufnahmen, insbesondere auch für Filme damit vertont).
Mit diesem Gerät hatte ich auch die Möglichkeit Mulitplaybackaufnahmen aufzunehmen: eine Möglichkeit, mehrere Aufnahmen übereinander zu spielen.

Ein Gitarrist erster Sahne: John McLaughlin
Insbesondere durch seine Aufnahmen mit der akustischen Gitarre, begann ich selbst mit der Akustikgitarre zu experimentieren.
Es entstanden einige Kompositionen, die aber nicht in das Konzept von „Holzwurm“ passten.
Während Holzwurm sich darauf konzentrierte immer perfekter und besser Stücke zu covern, lag es mir doch mehr daran, eigene Stücke und so etwas wie ein Eigenausdruck zu finden, unabhängig von Spekulationen und „Publikumsgeschmack“.
Ich gründete die Gruppe „Mephisto“ im Jahre 1971.
Wir probten aber weiterhin im Exzellenzhaus.
„Mephisto“ sollte teuflisch gut sein, jedenfalls trieb uns alle dieser Anspruch an.
Und ich denke nicht zu übertreiben, wenn ich sage, dass Alfred Zehren als Drummer, dieses „Teuflisch-Angetrieben“ sein, am Schlagzeug durchaus demonstrierte.
Eine sehr gute Ergänzung dazu war Detlef Hill am Bass, der für alles offen war.
Mit Detlef spielte ich desöfteren Gitarre und Sitar, eine schöne Erinnerung!
Am Keyboard und E-Piano war Christian Wendt.
Christian gelang es auch, wie es zeitgemäß war, den Synthesizer mit in die Musik einzubauen.
Christian war und ist ein hervorragender Pianist und Keyboarder mit stoischer Ruhe.
Bei den Anfängen war auch Manny Welter mit seinem Saxophon dabei.
Was aus ihm geworden ist, weiß ich nicht.
Als er ging, kam ein junger Geiger dazu, der Norbert Lauer hieß.

Beeinfluss von John McLaughlin „The inner Mounting Flame“, sowie Jean Luce Ponty, Terji Ripdale und Larry Coryell, entstanden ausschließlich instrumen¬tale Stücke, die ein Leitthema trugen, plus Improvisationsteilen, die sich ausgiebig in oft psychedelische oder bluesig-jazzige Sphären verliefen.

Zeitweise hatte ich einen Cellisten mit in der Band, der aber nach kurzer Zeit wieder ging.
Überhaupt war meine Intention in Richtung akustische Instrumente zu gehen.
Heute würde man „unplugged“ sagen, aber scheinbar waren wir dafür noch nicht reif.
Meine Zeit in Trier jedenfalls ging zu Ende, denn ich beschloss im Sommer 1973 nach Berlin zu siedeln, um dort Kunst zu studieren.

In den ersten Jahren wenn ich zu Besuch in Trier war, gab es mit „Mephisto“ noch kleine Sessions.
„Mephisto“ spielte mir ihre neuen selbst komponierten Stücke vor, und ich musste feststellen, dass diese Stücke sehr Schlagzeug orientiert waren.
Rhythmisch vom Bass dominiert, ja, fast mechanisch anmutend.
Durch die Entfernung zu Trier gingen auch die Kontakte zu den musikalischen Freunden in Trier mehr und mehr auseinander.
Neben meiner großen Orientierung zur Kunst, in der ich eine neue Lebens¬aufgabe sah, spielte die Musik dennoch eine nicht zu unterschätzende marginale Rolle, hatte sie mir doch bisher ein Beispiel obsessiver Medialität offenbart, die nicht weit von der Bildenden Kunst entfernt lag.
Mit Gerry Bruch lebte ich anfangs ein halbes Jahr in einer WG in Berlin Neukölln. Gemeinsam hatten wir einige schönen „Gitarrenbegegnungen“.

Innerhalb unserer Ateliergemeinschaft von Kunstsudenten in Berlin, gab es auch mu¬sikalische Tendenzen.
Insbesondere mit Konrad Hohmeier (Bassist der „Neon-Babys) tauschte ich mich musikalisch aus.
Auch er war insbesondere am Gitarrenspiel interessiert.
Es gab in dieser Zeit noch ein mehrmonatiges Intermezzo mit einer relativ professionellen Jazz-Rock-Formation, wobei ich meine Grenzen kennen lernte, da ich nicht nach Noten spielen kann.

Durch Konrad Hohmeier lernte ich einige Musiker kennen, die sich am Deutsch-Rock, bzw. „Neue Deutsche Welle“ orientierten.
Dieser Trend erinnerte mich jedoch zu stark an die Tanzmusik.
Mir sagte diese Musik persönlich nicht zu, was dem Erfolg dieser Band, die sich dann später „Ideal“ nannte, keinen Abbruch gab.

Wenn mir auch in dieser Zeit das Musikmachen in einer Band nicht mehr so wichtig schien, so war das Spielen, das kontinuierliche Üben auf der Gitarre doch eine begleitende Angelegenheit, die ich bis heute beibehalten habe.
Ca. 1980 begann ich eine Arbeit neben dem Studium im Kinderschutzbund, im „tiefsten“ Berliner-Wedding.
Ein sozialer Brennpunkt mit großer Reibungsfläche, insbesondere für die dort lebenden Kinder.
In einem offenen Kinderladen in der Amsterdammerstr. 13, arbeitete ich 7 Jahre.

In diesen 7 Jahren, begleitete ich die 5 jungen Leben:
Ein Türke (Tamer), zwei Brüder aus Jugoslawien (Joso und Nico), sowie zwei Berliner Jungs (Frank und Detlef) in der Band „A13“.
Als aus den Kindern Jugendliche geworden waren, spielte ich auch selber mit und wir hatten mehrere erfolgreiche Auftritte in Berlin.
Musik war hier nicht nur ein bildendes, sondern auch ein integrierendes Medium:
Einige dieser „Jungs“ machen heute noch Musik!


Im Jahre 2005 lud ich fast alle hier in diesem Text genannte Musikerfreunde mit ihren Frauen nach fast 30 Jahren zu mir in die Eifel ein, um über die alte Zeit, aber auch über die neue Zeit zu sprechen.
Es war ein schönes Wiedersehen!
Sehr viele folgten der Einladung.
Grundsätzlich muss man sagen, dass sich die Musik auch heute noch bei allen durchweg als ein verbindendes Element darstellt.
Wie ein unsichtbarer Faden verbindet die Musik, wie Perlen an einer Schnur.
Die Perlen sind austauschbar, der Faden als Solches, als Ganzes bleibt.

Seit dem Jahr 2007, in dem ich diese Zeilen begann zu schreiben, hat sich mein Umgang mit der Gitarre wieder intensiviert.
Ich kann mich in ihr verlieren….!

Ich bin fasziniert von neuen Akkorden, die ich finde und von Melodieläufen, die mir heute ganz anders von der Hand gehen.
Ich spüre, dass Schnelligkeit und Intonation eine Frage der Mentalität, der Konzentration und der Kontemplation ist.
Seit Februar 2007 nun spiele ich mit dem Gitarristen Christian Hardt zusammen und wir versuchen ein Repertoire mit eigener Musik zu entwickeln.
Über Rockharmonien bis zum Jazz und Bossa Nova etc..
Auch wenn jeder von uns andere Wurzel besitzt, so ist es doch gerade deshalb spannend, gemeinsam zu spielen, auch wenn das Ziel offen bleibt.

Wenn ich nun resümierend diese intensive Zeit in Trier betrachte, so hat sie mir viel gegeben in der Kommunikation und freundschaftlichen Bindung über die Musik hinaus.
Die Ritualisierung und Obsession „unserer“ Musik verband uns und wir waren, ohne dass wir dies damals wussten, Sub-Kultur.
Sub-Kultur war immer kreativ, originell, eigen, radikal.
Sobald sie zum Mainstream wird, verliert sie meist diese Eigenschaf¬ten.
Der Mainstream hat natürlich andere Vorzüge:
Z.B.Popularität, Anerkennung, finanzieller Erfolg. Als Musiker oder Künstler diesen Balanceakt zu halten, einerseits die subkulturellen Qualitäten zu pflegen und andererseits die Vor¬züge des Mainstreams zu genießen ist fast schon eine ethisch-mo¬ralische Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss.

Am Ende ein Wunsch – eine Traumszene:
Ein großes Fest, bei dem sich die ganzen Namen, die ich nannte aus dieser kleinen Historie, aber auch die, die ich vielleicht vergessen habe, die aber dazu gehö¬ren, treffen.
Wie zu einem „großen Finale“ nach einem Theaterstück.
Ein Abend, der vielleicht von den Beteiligten selbst durch alte Bil¬der, Aufnahmen, Anekdoten, ect…gestaltet wird und von einer Trierer Rocklegende (?) moderiert würde.
Vielleicht im Bürgerverein, wo damals das erste Beat-Festival stattfand !?


Michael Schulze im Januar 2008

Who doesn't know these moments, in which a piece of music or a melody open the space of past and throws us back into a faraway situation? Seen from an artistic-historic point of view, these states offer the subjects and motifs for countless works of literature, art and music. The past keeps a secret in which we can enter deeply during the now.
I have to stress that music plays a significant role in our life, even intensifying it. With us, I mean the kids of the first post-war generation in Trier. We, who fortunately didn't experience the war anymore.
We should have a better life at some time, that is what the parents vehemently promised their kids countless times. The parents should be on solid ground.
Not only promises were passed. Unconsciously, the trauma of the war was passed with the mother's milk, in terms of behavior, memories, moods and songs.
But it wasn't simple: the demoralization of the lost war. The relearning of a complex appreciation of a democracy with its rules. What we can learn from this: melancholy is the leitmotif of many songs and Schlager songs of the 1950s.
But what about us? We played in wreckages, found blind shells in the ruins of our neighborhood and went to religion classes.
As we know today, the 50s and 60s were characterized by the crossing of an existent, stigmatized generation line with a new, young generation line. Consequently, this caused a conflict which was never seen before in the German history. The conflict and its dynamic lead to the establishment of a new youth culture which went down in social history as the hippie and protest movement, eventually resulting in the times of terror in the 60s and 70s due to radical tendencies.
Alltogether I have to say that I got insights into societal and social relations with the help of the music, the bands, the gigs and the contact with many people. Without these, I wouldn't have experienced my youth as I did.




For me and my friends, music was some kind of therapeutic medium that offered the chance to express pubertal melancholy, problems and flush with sounds.


Music was a refuge besides the reality. An idol which helped to overcome this history. While we pursued our modest musical interest and abilities, the ''prosperity'' grew in Germany. On the one hand, the music compensated a desire inside us, an ineffable revolutionary thought. On the other hand, it was a behavior that was heavily influenced by the student revolts of this time, plus the world's youth cultures like rock, pop and the hippie movement:
Doing everything differently than our parents!

Of course, this attitude made itself felt in an intellectual and musical way, but especially one could notice the differences when looking at the outfits. Politics in suits was suspicious for us!

The music was a sacred ritual and the rehearsals in the group or on your own were practiced passionate and eager. Somehow, we used the obsession of the drug ''music'', at least as an element which connects the music group in a social way.

I simply begin with the year 1964, when I was 12 years old. Till my 10th year of age, I lived in the Hinterstraße near the Weberbachstraße, where I grew up next to the Palastgarten and the Kaiserthermen. Now we were in the west of Trier. This are was infamous. It was called the ''land of flying knifes''. Due to the many families of refugees, ''my'' distict had the sharpest grain of rough sandpaper. My brother, who is four years older than me, began to play in a band. In fact, there was no real band, but it was all about the demeanor around it. The band, however, was as good as launched. The drummer was called Tommy and the guitarist was called Jerry. This was a movement I perceived at home.

My actual contact with the music – with this I mean rock music, which was called beat music – took place in the youth scout camp, Christ König, Trier west. There, some friends grouped and played the so called travelling guitar. These friends were Leo Lauter, Damian Knoop and I. We struggled to play ''Wipe out'' and ''Peter Gun'' on our guitars, while Leo tried to beat the rythm of ''German Bonds'', using his hands, sticks, chairs and boxes.



Damian was the first one to get an electric guitar. Before he had an amplifier, we experimented with his old radio which had an ''magic eye tube''. Its front cloth cover trembled. Leo Lauter got a drumset short time after that. Only I couldn't convince my parents, because they hadn't the ability to buy a guitar for me, not to mention an electric guitar. Much later, my father bought me a guitar for 5 DM from the neighborhood and I tried to get everything out of this guitar....!

Short time after, I met my old friends in the rehearsel room of Christ König and had to realize that they all already were equipped very well. Meanwhile, the Leo Lauter's brother, called Fatz, praticed with them. I was deeply impressed by the sound, but at the same time I was deeply sad that I can not join them to play.
It didn't take much time for them to start a career. Leo Lauter was considered the ''smallest drummer of Germany'' in the ''Trierischen Volksfreund'' when they played as a supporting act for the ''Lords'' in the Apollokino in Trier and later for the ''Rattles''.

This concert with the Lords in Trier was my first live event which not only I saw as phenomenal. The doors of the Apollotheater were almost pushed in due to the vast mass of people.

Leo took me with him behind the stage, where the ''Lords'' sat and smoked cigarettes or checked their equipment. As a 13-year old, I felt so euphoric when I was with the ''stars''. My euphoria made me ask their guitarist, if he had an old guitar string for me to take as a souvenir. They made fun of this, making me feel very embarrassed!

The already mentioned Jerry Sachs also played and practized in the Don Bosko Heim in Trier west. His band was called ''The G-Mans''. A lot of bands practized in the Don Bosko Heim. Actually, the home's leader, Pater Kurt Scholten, a Black Monk (who had the thickest eyeglass lenses I have ever seen!) deserved The Order of Merit of the Federal Republic of Germany for his advanced engagement and his work, because he was very wide-awake and treated the youth tolerantly.
Anyway, this was an address where a lot of musical influence came from. As we will still hear, many musicians who played in famous formations later met here in their early years.

For example, I remember an instrumental group called ''Falkens'': best Stratocasters and Fender systems, plus a bass drum with oval molding.



While I tried to work out chords, riffs and solis I saw and heard at the Don Bosko Heim, my brother Ferdinard had a rythm guitar by Framus.

He already controlled several accords, including barrés, which was considered special in my times. Of course we tried to play together. Sometimes I tried the solo party and he the rythm part and vice versa.

I could convince my father that I need a different guitar. Not that he bought it himself! No, he went to this store with me (Musik Hübner, Neyses was still a apprentice) where I chose a 12-string Framus guitar. He negotiated with Miss Hübner, who was very friendly, that I can bring her my pocket money of 5 DM per week, paying off the guitar in installments.

This guitar opened up new worlds for me. The 12 strings became 6 strings and at some time, I got a Schaller pickup. This guitar accompanied me for a very long time. I think I used it (or at least parts) to integrate it into an object of art later in Berlin during the 80s.

Meanwhile, I was in my first year of apprenticeship and 14 years old. Through the school and the scouts I got to know Karli (Karl Weber). Karli had a black hair flip like Elvis and somehow, I don't know when or in which context, we decided to form a band. Through Karli, I got to know Pitt (Peter Stefanovic) and Uwe (Kesselheim). Our band was called ''The Lonely Ones''.
Our glamorous career included two big performances:
The first one was the first big rock festival of the citizen club in Trier, where we got to the 9th place (1968). Besides the musical impressions, it was interesting that a lot musical colleagues met there the first time and will have a lot of contact later.

For instance, I met Rainer Benedum there for the first time. He impressed me with his drums and especially with his great black leather vest which had giant buttons.
The second gig of the ''Lonely Ones'' was somewhere in a city in the Saarland. Pitt got us this gig.
Because our program only included seven songs, we had to repeat this set several times during this evening.
Another band from the city was there, too. Of course, they also wanted to play, so we let them play. That's the way the cookie crumbles.
We didn't get any money, because the host claimed that he had to pay GEMA-charges.


Meanwhile, my brother could gather experiences in the field of dance music. Dance music was seen flouting (still today...), but dance music was connected with earning money.
Because this was not to be underestimated, we formed a dance music band. This band was called ''Hofermika''.
With Hofermika (Horst, Ferdinand, Michael, Karli), we had a lot of gigs, playing in Hunsrück, in the area of the Mosel and in Trier. Since I was 15 years old, my brother had to take the responsibility for me when we played our dance music after midnight.
I associate the gig in Kürenz in the Tabaksmühle with the most beautiful time of the band. Not only, because the female host herself performed, singing ''Am Tag als der Regen kam'' or ''Melancholie im September'', for example. One time, she even kissed me after singing in front of the audience, which I was not reluctant to.

One hoofed from village to village, from city to city, earning money with dance music. The most money was earned at Karneval which, at the same time, was the biggest strain and overcoming. Starting From a simplest farmer's wedding in Hunsrück; to the year's engagement of a village pub with a ballroom where we saw the whole family planning in a year; to music for the premiere of a dancing school; to the increasingly exuberant performances during Karneval where people live up their fantasies vulgarly to filthy after a certain time or blood alcohol level; to Rotarier balls where grey notables were accompanied by their women and were honored with a fanfare and dance music; to crowded fairs; to emtpy ballrooms and their desperate organizers; right up to best paid gigs in hotel lounges and invited family parties where the ancient family dispute bursted again, resulting in the evening's end.
But there were also evening and gigs where you hardly perceived the audience. Gigs, where you were one with the music and the audience could feel this union, even supporting it. This form of music is my favorite.
In this time, there were several bars with live music. Too bad that this is not the case anymore.

In a remote place in the middle of the forrest at the Bitburgerstr., there was a bar with a shady reputation: The „Wilhelmshöhe“!
I am mentioning the Wilhelmshöhe, because it somehow was an institution and at the same time some kind of musical Mekka for many musicians from Trier. Thus, one can say that the Wilhelmshöhe had an enormous impact on us during these times.
The Wilhelmshöhe was rough, dirty, subersive, but still it was an institution for us. Why?
When the other bars in Trier closed in the middle of the night, the Wilhelmshöhe just opened their doors. There were live-bands from England, Indonesia and sometimes even from the USA.
Here, the deployed American soldiers who usually came from Bitburg spent their time. On top of that, it was a terminal for girls and drugs. There was a loud, wild and rough atmosphere compared to the other American officer-clubs where we have played already.
Although I was afraid of this milieue sometimes, there was still some kind of attraction which motivated us to stay there, maybe the allure of the illegal and the forbidden.
Not least because we visited the club after the dance music when I was 14 or 15. I remember how I had to hide in the restroom from time to time when the German police or the Gis came to inspect the Wilhelmshöhe.
Listening to the music was such a great revelation!
Facing professional musicians, experiencing their guitar-riffs from the nearest distance, the sweat, the smoke, the dance of the GoGo-girls, literally feeling the bass, everything was so authentic and pure in this room.

But there are also sad stories to tell:
Erich Pützer, a guitarist from Trier who played the bass in the band ''Holzwurm'', has been attacked with his girlfriend by an American soldier. The soldier even stabbed his face with a chipped bottle... Erich survived blessedly, but his face is still showing this horrible incident.

Nevertheless, the Wilhelmshöhe was unique.
These experiences in the officer-club didn't only make a dent musically, but also the club helped to have a positive attitude towards the Americans.
That's where my dream to work, exhibit and live in America with my wife and kids could have its origins. In the late 1980's, I finally managed to fulfill this dream.

Because of these insights and experiences – and from a contemporary view the political and social movements in the USA –, my naive and admiring attitude towards America were strongly relativivzed, especially by the recent incident concerning war, but also by the politics of a Bush Senior or Reagan in the past, or today by the politics of a George Bush.


With the help of the royalties of the dance music, I was finally able to buy a ''decent'' electric guitar: a Gibson-replica by Hoyer.
It was a black Les Paul which I equipped with Hambacking pickups after several years after obtaining them from London. Now, I imagined to have a real Gibson-sound. For a while, I repainted the guitar neck, changing the ''Hoyer-logo'' to a Gibson-emblem.

On top of that, I got a little Fender-Reverb which has been in my company for a long time, and in fact it still is today.
In Trier-Kürenz, not far away from the Tabaksmühle, the next epicenter of musical learning and experiencing but also friendly connection was supposed to take place.
I got to know Äbby Simons whose father was the owner of a music-store in Trier. Äbby Simons played the bass-guitar, his brother Manfred – called Manny – played the drums and their neighbor – Werner Nossem – also played the guitar.

The band was called ''Fox-Popoli''. I have to say that we really practized in the basement of Äbby's grandmother, especially songs by Thetro Tull, the Beatles and ''own works''.
Äbby brought a famous drummer from Trier to one of our rehearsals (I think it was 1969): Martin Hermann!
Close by Bonn, we had a ''big gig'' in the auditiorium of a secondary school which was visited by at least 30 people. Even some of our fans from Trier followed us to this gig. The evening was too loud, but still we returned home with a feeling of success.

Werner Nossem was an excellent musician, he didn't only play the guitar but also the piano like his father. Werner Nossem was a charismatic person beyond the music, but at the same time a dramatic person who found a sad end too soon unfortunately. I learned a lot from him. Honestly, I would even consider him that he was my ''Master'' at this time. Unfortunately, Werner couldn't keep up with us concerning the development of our equipment due to financial reasons. The band collapsed and Äbby and I were the remaining ones. We reorientated.

The music got louder. Our hair grew longer. Our amplifiers mounted up like towers. Meanwhile, Karly (Karl Weber) became the drummer of the band ''Fox-Popoli''. A trio between Hard Rock and Heavy Metal, orientated towards ''Creme'', but with the claim to create own pieces of music. Another ''big gig'' in the Saarland (I think it was in Dillingen) was very successful.
So successful that we even had to give autographs for the first time, making us feel really perplexed!




In the Don-Bosko home (has to be around 1966/67), I heard a band in which especially the organist and the bassist caught my attention. The organist was called Bernd Schönhofen and the bassist was Dieter Neyses.
In 1970, we met again! Bernd Schönhofen is a musician who was said to have a professional future in the music business due to his talent.
Also in 1970, he let me join his dancemusic band.
In this band, the tracks were more demanding and I learned many new tracks and harmonies, chords and rythms.
In general, it was different how the music was treated, partly because of Bernds consistent rehearsals.
The musical claims grew with the technical skills. The first steps in the area of jazz chords began during this time. Our drummer, Olli Kaiser, had a soft spot for swing and Bernd with this B3-Hammond organ had the original Jimmy Smith sound.

Thanks to Bernd Schönhofen, I began to appreciate Martin Hermann musically. With him and with the bassist Dieter Neyses, who studied interior architecture at the FH with me in the same year, we formed the group „Holzwurm“.
Sometimes, there was an additional guitarist: a guitar maker with a gorgeous Fender-Stratocaster.
For some time, the guitarist Karli Schultz has been a part of Holzwurm who I also began to appreciate as a very skilled guitarist with great soli.
Last but not least, there were two blowers.
Michael Trierweiler on the trombone and the saxophonist Günther Marxen. Martin and Bernd complemented each other greatly as analysts and arrangers.

Today I can say:
for me, the experience with this group is an ascent as well as an entrance into new possibilities and new ways to deal with music and my instrument.
With them, I learned a lot and I felt like receiving some kind of „higher blessings“.

The rehearsals became more complicated and more demanding. They began to mix with intellectual demands, because the music was called ''Rock-Jazz''.
The majority of us came from the rock area and with jazz music, I associated a relatively unknown but appealing, complicated world of harmonies. Be that as it may, it was a freedom which I didn't get to know up to this point of time.

After the rehearsals, we listened to the records from the evening, discussing potential improvements, mistakes or disharmonies.
Especially the meetings at Michael Trierweiler's are positive memories in my mind:
Often he played records by famous jazz musicians like Charles Mingus, Dissy Gillespie or Charly parker.
Listening to this music consciously was such a new thing for me!
It influenced and shaped me strongly.
I noticed that the music is some kind of system which is heavily influenced by a personality or by a way of life, manifested in the form of music.

Consequently, I did not want to cover songs exclusively anymore. Instead, I was interested in achieving a state which expresses more of the human's state of mind, eventually achieving a way of expression that could be compared to the ideals of expressionists in visual arts.
Honestly, this may be considered to be aimed high.
It is an attitude that can stay forever, causing one to search and find.
Today, I would describe this state with the synonym ''The journey is the destination''.

But now, back to the past:
''Holzwurm'' was influenced by groups like Nukleus, Volker Kriegel, United Jazzensemble and Softmaschine.
We tried to connect technical rhythms and riffs with improvisatory expression as far as that was possible for us, thus combining clear topical targets with improvisation.
Holzwurm was an experiment!

The experiment's laboratory was called ''Exzellenzhaus''.

The Ex-Haus was a recording camp for all kinds of ''musical refugees'' and it already had a beat-tradition:
In the early 1960s, the Ex-Haus allowed many groups (for example the ''Rats'') to perform publicly.
Without it, the musical socialization of many musicians from Trier would have been proceeded differently.
The Exzellenzhaus became a center of youth culture in the end of the 1960s, organizing different activities and offering space for bands.
It was and still is extraordinary and I want to thank Lothar Blum, who was the first head of the center, and his successor for their involvement. Also, I want to thank them for the possibilities and the appreciation they gave us. It is not for nothing that a exhibition with my drawings took place in the Exzellenzhaus in 1971.

The group ''Formal'' should be mentioned as well, since this group was the only one from the ''Ex-Haus'' that could actually live their dream, professionally playing music and travelling because of it. Several musicians around Klaus Lehmann bought an old truck which they used to travel through France, to live in it and to transport their equipment. Sometimes I really envied this group for this reason.

Martin Hermann became a friend and he did not only infect me musically but also as a aquarist and angler.
When we observed his angel fishes, he played the most recent records, letting us inhale through our eyes and ears.

The ''Holzwürmer'' became: elitist, autistic, noncommercial, progressive and meditative.
We just wanted to sound different!
We drew the first prize at a rock festival in Trier (Mariahof).
The few concerts we gave in Trier were always well-attended and were some kind of little moments of glory.
A certain musical esoterism overcame us which still had certain demands and provoked quality.


Parallel to ''Holzwurm'', I developed a program of classical guitar with German texts, partly by Rolf Biermann, Kurt Weil, Bert Brecht, but also with selfmade songs. This program was created with the help of Rudolf Holbach, a talented singer and songwriter. He delivered the texts and I delivered the music.
Apart from the musical challenge of this project, the involvement with the sometimes political and social texts was an ''awareness-raising activity''.
Furthermore, it was some kind of decision-making process as a musician or artist among the society.
But also beyond the topic of music, Rudolf and I had interesting discussion about philosophy, religion and politics.

Back to ''Holzwurm'':
With the bassist of ''Holzwurm'' Dieter Neyses, I was good friends.
Dieter also had artistic ambitions and was somehow the most intellectual and radical one of us.
For example, his criticism against the establishment found expression in commanding us to break off the star from every Mercedes.

Thus, we were full of contradictions, but at the same time full of lurking qualities.
Dieters musicially totalitarian demand which went in the direction of freejazz at this time provoked unforgettable sessions. These sessions took place parallel to ''Holzwurm'' and influenced me heavily.
Not only in the field of music we experimented a lot: thanks to Dieter I approached the field of photography and I got to know Gottfried Benn and Hermann Hesse.
We both identified with the ''Steppenwolf''.

There were several parallel strands that came from ''Holzwurm'':
Martin Hermann and Michael Trierweiler as well as the saxophonist Günter Marxen regularly played in a Dixie band.
Bernd Schönhofen still produced sophisticated dance music.
For a short time, he owned a music store in Trier. Additionally, I can remember a musical performance in Biewer's multipurpose hall, where the musical ''Hair'' was performed, with several musicians from ''Palma Gunkel'' as well as Günther Klotz (who I later met again in Berlin and with whom I still have a long friendship) and of course Bernd Schönhofen who (I think) took the direction of this musical.
At some point, Bernd left Trier.
It seemed like nobody knew where he went to.
30 years later, I heard that he opened a music studio in the near of Cologne.
I had the impression that Bernd mixed the musical interests of a highly talented musician with commercial-speculative motives, which made me some kind of wistful.
But still today he is playing in a cover-band.

Concerning the dance music, there were several bands I made music with on different levels besides ''Holzwurm''.
One could mention the Big-Band ''Alb Hardy'' by Edgar Bösen.
This name was a synonym and I only played with them for three or four gigs.
Yet this band made really good music.
Especially their brass section was unique in Trier at this point of time.

Another band I wass part of for many years was called ''Penny-Saints'', with which I had great success and great fun.
A group where only two people were part of the original cast:
Benny Kündgen and Manfred Tappert and an organist with a B3 who played wrong notoriously. Still it was a great time with these people.

Benny Kündgen was well-known as the drummer of the group ''Black Cats'' who already released a LP in the 1960s.
The group ''Black Cats'' with their organist Petro became known because of their soul-tracks by Ray Charles and Otis Redding. With reason!
They had two black singers as their frontmen who worked greatly together.
Sometimes one of them had gigs with the ''Penny Saints''.
A blessed singer! His name: Bill March.
With the ''Penny Saints'', we often played in the American officer-clubs at Bitburg or Hahn.

Another group I kept in good memory is called ''Meteors''.
The bass was played by the most versatile bassist of Trier:
Wolfang Thiel, drums: Gerd Irmen, e-piano/keyboard: Christian Wend, saxophone: Walter Scherbaum.
We had a permanent gig for about six months in Nittel at the Mosel, where we performed quite good arrangements.
Also, we played tracks with texts that sounded French although not being french, still they were appreciated by the crowd with applause.

The gigs in the American's officer-clubs were very popular because there you could earn ''good money'' and the catering and the ambience were great as well.
But there is another dimension that can be added to this list which made these gigs so special: the sympathy for the ''American winner'' which we knew since our childhood.
America seemed to have something that we Germans did not have.
America stood for wealth, freedom and security: the Americans usually were friendly, generous and forthcoming.

The Gis with their mostly German girlfriends were friendly and open towards us and our music. Furthermore, they came from a country where the pop-music seemed to grow on trees. A country where you speak the language we used in our beat and pop music.

Back to the 1970s:

I bought a Refox A77, a 4 track record machine, from the ''professor'' Rolf Berres which I used to record our gigs as well as the rehearsals. (Still today, this machine did not betray me and I recorded a lot with it, even for my movies).
With this device, it was possible to record multiplayback records: a method where records are recorded one above the other.

A top-notch guitarist: John McLaughlin.
Especially due to his records with an acoustic guitar, I started to experiment with this kind of guitar as well.
Several compositions have been created which did not really fit into the concept of ''Holzwurm''.
While Holzwurm was mainly interested in covering songs as perfect as possible, I wanted to create own songs, finding some kind of own way of expression that is independent of speculations and the ''taste of the audience''.
In 1971, I launched the group 'Mephisto'' which still had their rehearsals in the Exzellenzhaus.
''Mephisto'' was supposed to be devilishly good, at least it was this demand that drove us all.
It is not exaggerating to say that the drummer Alfred Zehren displayed this idea of being ''devilish'' when playing his drums.
A great supplement to his was Detlef Hill on the bass who was open for everything.
With Detlef, I often played the guitar and sitar, good memories!
Christian Wendt was playing the keyboard and the e-piano.
On top of that, he was able to integrate the synthesizer into our music as it was common during these times.
Christian was and still is a gifted pianist and keyboarder with a stoical calmness.
In the beginning of ''Mephisto'', Manny Welter was a part of the band with his saxophone.
I don't know what happened to him.
When he left, a young violonist called Norbert Lauer joined the group.

Influenced by John McLaughlin ''The inner Mounting Flame'', as well as Jean Luce Ponty, Terji Ripdale and Larry Coryell, we created exclusively instrumental tracks which were lead by a main topic. Furthermore, the songs contained improvisational elements which dissolved into psychedelic or blues-like spheres.

For a short time, we also had a cellist in our band, but he left again.
In general, my idea was to move into the direction of acoustic instruments.
Today this would have been called ''unplugged'', but it seems like we were not mature enough for this in the former times.
My time in Trier drew to an end in the summer of 1973 when I decided to move to Berlin in order to study arts.




During the first years of my visits in Trier, there were small sessions with ''Mephisto''.
They presented their new and selfmade songs and I had to realize that these songs were strongly oriented towards the drums.
The songs were rhythmically dominated by the bass and almost sounded mechanical.
Due to the distance from Trier, the contact with my musical friends fell apart more and more.
Besides my main orientation towards arts which represented my new life task, music still played a role in my life that should not be underestimated. It revealed an example for obsessive mediality that was not so different from visual arts.
In the beginning, I lived in a flat share with Gerry Bruch in Berlin Neukölln for half a year. Together we had several beautiful ''guitar conversations''.

Among our atelier community of the students of art in Berlin, there were musical tendencies as well.
Especially with Konrad Hohmeier (bassist of the ''Neon-Babys''), I exchanged myself musically.
He was particularly interested in playing the guitar as well.
In this time there was an intermezzo for several months, where a relatively professional Jazz-Rock-formation played. Here, I learned a lot about my limits since I could not play from notes.

Through Konrad Hohmeier, I got to know several musicians which were guided by German rock, respectively ''Neue Deutsche Welle''.
This trend reminded me too much of the dance music.
Personally, I did not really like this kind of music, but still this group later called ''Ideal'' had success.

Although it seemed like making music in a band was no longer important for me, playing the guitar and the continuous practice were accompanying activities which still are part of my life today.
Around 1980 I began a job in the association for child protection in the ''deepest'' parts of Berlin-Wedding besides my studies.
A deprived area with a huge conflict potential, especially for the kids that are living there.
For seven years, I worked in an open children's store in the Amsterdammerstr. 13.

During these seven years, I accompanied the lifes of 5 young individuals:
one Turk (Tamer), two brothers from Jugoslavia (Joso and Nico), as well as two Berlin boys (Frank and Detlef). They were all part of the band ''A13''.
After the children became adolescents, we all played together with me being a part of the band. We had several successful gigs in Berlin. Here, music is not only an educational medium but also an integrating:
Some of these ''boys'' still make music today!

In 2005, I invited almost all of the people that were mentioned in this text to join me in the Eifel in order to talk about the old times as well as the things that happened since then.
It was a great reunion!
A lot of people followed my invitation.
Generally speaking, one can say that the music is a connecting element even today.
Like an invisible string, music connects us like beads on a cord.
Although the beads are exchangable, the cord stays.

Since the year 2007, when I began to write this text, I started to intensify my contact with my guitar again.
I could get lost in it...!

I am fascinated by new chords and new sequences of melodies which I am able to play in a completely different way compared to the earlier times.
I am feeling that speed and intonation are a question of mentality, concentration and contemplation.

Since February 2007 I play together with the guitarist Christian Hard and we try to develop a stock of own music, from rock harmonies to jazz and Bossa Nova etc.
Even if every single one of us has his own roots, it is especially exciting to play together without a fixed aim due to this diversity.

If I try to sum up this intense time in Trier, I can say that I learned a lot from it going beyond the area of music in itself. I was able to get new experiences in communciation and friendship.
The ritualization and obsession of ''our'' music connected us and we were a sub-culture without knowing it.
Sub-cultures are always creative, original, distinct and radical.
As soon as it becomes part of the mainstream, it often loses these distinct features.
Of course, the mainstream has its own pecularities:
For example, popularity, tribute, financial success.
Trying to keep up the balance between fostering the subcultural qualities on the hand and enjyoing the advantages of the mainstream on the other hand, is almost an ethic-moral question that has to be answered by every single musician for himself.

In the end, there is one wish – a dream scene:
A large festival where everyone from this text (and also the ones that I may have forgotten) will meet.
Like a ''grand finale'' after a stage play.
An evening that is shaped by those involved with the help of old pictures, records, anecdotes, etc. A rock legend from Trier (?) could moderate this evening.
Maybe this could take place in the civic community where the first beat festival took place!?

Michael Schulze im Januar 2008