Stele (Schulhof Kiezschule, Berlin/Kreuzberg, 1986/87):
Die Stele entstand im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit den Schülern der Kiezschule und versteht sich als kollektives Werk. Ausgangspunkt waren Zeichnungen und Ideen der Kinder, die in die Gestaltung der plastischen Elemente eingeflossen sind. So verbinden sich in der vertikalen Form die Spuren vieler Hände zu einem Geflecht von Motiven: Tiere, Pflanzen, Netze, Zeichen und Ornamente.
Die zylindrische Form wirkt wie ein Behälter für Geschichten, zugleich wie ein offenes Archiv der Fantasie. Die Gitterstruktur lässt Durchblicke zu und hält doch die einzelnen Formen zusammen. Das gemeinsame Arbeiten – vom Entwurf bis zur Umsetzung in Metall – wurde zu einem Prozess des Austauschs, der handwerklichen Erfahrung und des Sichtbarmachens von kindlicher Imagination im öffentlichen Raum.
Aufgestellt auf dem Schulhof, ist die Stele nicht nur Skulptur, sondern Erinnerungszeichen für ein pädagogisches Experiment: Kunst als gemeinschaftlicher Prozess, der Dauerhaftigkeit gewinnt und zugleich die Lebendigkeit der Kinderstimmen in sich trägt.
Stele, gebaut nach Motiven der Schüler, 1986
Skizze zur STELE, Bleistift auf Karton, je 44×30 cm
STELE nach Motiven der Schüler gebaut, 1986
STELE auf dem Schulhof der Kiezschule. Entstanden in Zusammenarbeit mit den Schülern, 1986
