Wettbewerbsentwurf, Finanzamt Mariendorf, Berlin, 1987
Der „Schatzbaum“ ist als plastische Metapher gedacht: ein aus Bronze gegossenes, organisch wachsendes Geflecht aus Ästen, die sich nach oben winden und einen schützenden Raum formen. In seinen Astgabelungen sind Edelsteine und Edelmetalle vorgesehen – leuchtende Akzente, die wie Früchte oder kostbare Blätter wirken und dem Baum seine symbolische Kraft verleihen.
Im Inneren liegt eine Kugel, Sinnbild des verborgenen Schatzes. Sie steht für das, was im Kern bewahrt wird: Werte, die nicht offen zur Schau gestellt, sondern geschützt, gesammelt und gehütet sind.
Der Baum verbindet so Naturform und Allegorie. Bronze als dauerhaftes Material verleiht ihm Beständigkeit, während die Edelsteine das Licht einfangen und wandelbar reflektieren. Inmitten des nüchternen Innenhofs eines Verwaltungsbaus markiert der „Schatzbaum“ einen poetischen Kontrapunkt: Er verweist auf Wachstum, Zeitlichkeit und innere Werte – und lädt dazu ein, hinter Zahlen und Strukturen das Wesentliche zu erkennen.
Wettbewerb “Finanzamt Innenhof” in Mariendorf, Berlin. 1987. Modell zum „Schatzbaum“, Bleiguss
Skizze zum SCHATZBAUM,
Bleistift auf Karton, je 44×30 cm
Zeichnung zum SCHATZBAUM, 1987, Bleistift, Buntstift, H 120 cm