Das „Anglerbild“ (1977) zeigt einen Hechtfang, inszeniert als ernste Trophäengeste und zugleich als groteskes Schauspiel. Die strenge Figur des Anglers mit dem mächtigen Raubfisch im Zentrum kontrastiert mit der fratzenhaften Parade am unteren Bildrand. So verbindet das Werk Realismus mit satirischer Übersteigerung. Kunsthistorisch steht es in der Tradition kritischer Figuration – von Grosz und Dix bis zur figurativen Malerei der 1970er Jahre, die Macht, Aneignung und gesellschaftliche Rituale hinterfragte. Der Hecht wird hier zum Symbol von Aggression und Besitz, während die grotesken Figuren den Ernst der Pose ironisch brechen und das Bild in eine bitter-ironische Parabel auf menschliches Handeln verwandeln.
ANGLERBILD, 1977, Öl auf Nessel, 150×100 cm
Skizzen zum Anglerbild, 1977, Tinte/Bleistift/Kugelschreiber auf a 4 Papier