Erste Maschinen
Die frühen Maschinen markieren den Beginn einer Auseinandersetzung mit Mechanik, Körperfragmenten und Bewegung. Verspielte Neugier trifft auf Erfindergeist und eine unterschwellige Düsternis.
Die Kleine weiße Maschine (1972) entstand für ein Schattentheater. Zahnräder, Riemen und Gestänge erzeugten bewegte Schattenbilder – die Maschine fungierte zugleich als Objekt und als immaterielles Projektionsmedium. Damit eröffnete sich ein doppelter Raum: die konkrete Skulptur und ihre poetische Verdoppelung im Licht.
In späteren Arbeiten treten Körperfragmente hinzu – Beine, Prothesen, künstliche Glieder. Eingespannt, fixiert oder in Bewegung gesetzt, verweisen sie auf Verletzlichkeit und Fragmentierung, aber auch auf das Verlangen, organische und mechanische Energien zu verbinden.
Roh, improvisiert und experimentell öffnen diese frühen Maschinen ein Feld zwischen Skulptur, Technik und existenzieller Metapher. Heute erscheint sie nicht nur als technisches Experiment, sondern als Ausgangspunkt einer langen Spurensuche – von Schattenprojektionen bis zur Maschine als Denkfigur.
Seit den 1980er Jahren erhielt die Maschine zunehmend metaphorisches Gewicht, im Dialog mit Hans-Dieter Bahr (Über den Umgang mit Maschinen, 1983; Machinationen, 1986). 1986 folgte ein Fährtenwechsel zwischen Kunst und Philosophie in unserem gemeinsamen Buch Machinationen, das das Verhältnis von Technik, Imagination und künstlerischer Praxis neu befragte.
Take this Link and the Film KLEINE WEISSE MASCHINE, 1972
“KLEINE WEISSE MASCHINE”, 1972, elektro-kinetisches Objekt, H ca. 70 cm
“KLEINES MECHANISCHES BEIN”, 1976/77, diverse Materialien, H ca. 45 cm
“KLEINES MECHANISCHES BEIN”, 1976, manuell-kinetisch, H ca. 45 cm
“GROSSES MECHANISCHES BEIN”, 1976, manuell-kinetisch, H ca. 100 cm