Flügelschlag

Flügelschlag (1983–87)

Die Werkreihe Flügelschlag umfasst eine Serie kinetischer Objekte, in denen der Traum vom Fliegen, die Gestik der Natur und die Sprache der Maschine miteinander verwoben sind. Ausgangspunkt sind Formen und Materialien, die an Federn, Flügel und organische Strukturen erinnern – vielfach gegossen aus Polyurethan, zugleich fragil und widerständig. Diese werden verbunden mit Zahnrädern, Riemen, Schwungrädern und Gestängen, sodass eine Bewegung entsteht, die zwischen tierischer Anmut und technischer Konstruktion oszilliert.

Die Objekte sind teils elektrisch betrieben, teils manuell in Bewegung zu versetzen. Entscheidend ist weniger die Illusion tatsächlicher Flugfähigkeit, sondern die poetische Übersetzung des Flügelschlags als Geste: rhythmisch, schlagend, atmend. Die Verbindung von Kunstharz, Stoff und Metall schafft hybride Wesen, die wie Versuchsanordnungen aus einer experimentellen Werkstatt wirken – zwischen Skulptur, Maschine und lebendigem Organismus.

Im Kontext der 1980er Jahre erscheinen die Arbeiten wie Reflexionen über den technologischen Fortschritt, aber auch über seine Grenzen: Maschinen, die nicht auf Effizienz, sondern auf poetische Sinnlichkeit zielen. Flügelschlag ist damit ein Zyklus über die Sehnsucht nach Überwindung der Schwerkraft – und zugleich ein Denkbild für das fragile Verhältnis von Natur und Technik.

Dr. Pelle Solus

Zu den Objekten und Zeichnungen:

  • Versuche über eine FEDER
     
    1985
    Polyurethan, Holz, Folie, Nylon
    je ca. 45cm