DIE WAFFE DES KAMMERJÄGERS, 1985, Pistole, Harz, Fliegen, ca. 18x23 cm Das Werk „DIE WAFFE DES KAMMERJÄGERS“ (1985, Pistole, Harz, Fliegen, ca. 18 × 23 cm) ist eine kleine, aber inhaltlich dichte Assemblage, die zugleich makaber, ironisch und unheimlich wirkt. In einem geöffneten Kasten liegt, in Harz eingelassen, die Spur einer Vernichtungsarbeit: tote Fliegen, eingeschmolzen, fixiert, schwarz glänzend wie Teer. Daneben ragt der Lauf einer Pistole, die jedoch keine Kugeln verschießt, sondern an der Mündung eine leuchtende rote Glühbirne trägt. Sie ersetzt den Schuss durch ein Locklicht – ein fatales Signal, dem die Insekten folgen mussten. Der Titel verstärkt die Doppelbödigkeit: „Waffe“ klingt nach militärischer Präzision, nach direkter Gewalt. Doch hier zeigt sich eine andere Form der Vernichtung – eine Mischung aus Täuschung, technischer Manipulation und stiller Vernichtungsmaschinerie. Die „Waffe“ ist eine Falle, ein Apparat, ein tödliches Instrument, das nicht offen feuert, sondern verlockt und konserviert. So wird das Objekt zu einem Sinnbild für moderne Gewaltformen: nicht laut, nicht heroisch, sondern unscheinbar, technisch vermittelt, scheinbar banal – und gerade dadurch umso effektiver. In der glänzenden Harzfläche spiegeln sich nicht nur die Körper der Fliegen, sondern auch ein Stück der Ambivalenz unseres Umgangs mit Leben: zwischen Ekel und Faszination, zwischen Vernichtung und Sammlung, zwischen Abwehr und ästhetischer Inszenierung.