Magischer Kreis

Der „Magische Kreis“ (1983, verschiedene Materialien, je ca. H 40–70 cm) ist eine Figurengruppe, die in einem gestischen Diskurs über die Abgründe menschlicher Kommunikation steht. Die fragilen, aus linearen Strukturen und transluzenten Materialien gebildeten Körper wirken wie durchsichtige Skelette, Projektionen des Inneren nach außen gestülpt. Sie bilden eine Konstellation, die weniger an Dialog als an Beschwörung erinnert – ein Kreis, in dem die Figuren ihre Körper ausreizen, gestikulieren, drohen, sich verkrümmen oder in starre Posen verharren.

Die Szene ist von einer unheimlichen Energie durchzogen: Zwischen den Gestalten scheint ein unsichtbares Feld zu vibrieren, das von Niedertracht, Aggression und Bösartigkeit aufgeladen ist. Doch gerade in der Übersteigerung der Gebärden liegt auch eine theatralische, beinahe groteske Qualität. Der Kreis wird zum Ritualraum, in dem das Dunkle, das Unausgesprochene und das Gewaltvolle menschlicher Kommunikation sichtbar wird.

Die begleitenden Zeichnungen verdeutlichen den Prozesscharakter dieser Arbeit: Sie zeigen den Körper als Austragungsort von Konflikten, als Träger von Masken, als verletzliche wie zugleich monströse Erscheinung. Der „Magische Kreis“ bleibt so ein Sinnbild für die Unentrinnbarkeit sozialer Verstrickungen, für die zerstörerische wie magische Macht der Sprache und Gestik.

Eine Figurengruppe im gestischen Diskurs über die Bösartigkeit menschlicher Kommunikation und Niederträchtigkeit.

  • MAGISCHER KREIS
     
    1983
    verschiedene Materialien
    je ca. H 40-70