1968-1973                                                         Frühe Arbeiten

Frühe Arbeiten, 1968–1973

Viele der frühen Blätter entstanden aus einem persönlichen Umfeld: Der Künstler fertigte von seinen ersten Liebschaften Porträts der Freundinnen. Doch diese Porträts sind weit mehr als bloße Abbilder. Die Physiognomien öffnen sich in ornamentale Strukturen, Haare verschlingen sich mit Federn, vegetabile Muster überlagern Haut und Mimik. Das Gesicht wird zum Feld der Transformation – zwischen Intimität und Verfremdung, zwischen Realität und Traum.

Gerade dieses Motiv des Gesichts erweist sich als ein roter Faden, der bis in die Gegenwart reicht. Was in den frühen Arbeiten noch aus biografischer Nähe und künstlerischer Experimentierlust geboren war, kehrt heute im Konzept KOLLEKTIVGEDÄCHTNIS wieder: Das Gesicht als Projektionsfläche, als Speicher von Erinnerung, als Ort, an dem das Persönliche ins Allgemeine übergeht. So bilden die Porträts der Jugend den Ursprung eines Motivs, das das Werk bis heute strukturiert und ihm eine tiefe, zeitübergreifende Kontinuität verleiht.

Dr. Pelle Solus

Unterm Schirm, 1970, Bleistift auf Karton, 59 x 42 cm
Duo, 1968, Gouache, 42 x 29 cm
Unterm Schirm, 1969, Oel auf Karton, 84 x 59 cm