nach Raymond Roussel
Wie in Raymond Roussels Locus Solus entfalten sich auch in Schulzes Arbeiten Kataloge des Ungeheuren: Apparate, die zugleich Maschine und Leichnam, Reliquie und Tier, Pflanze und Mythos sind. Aus Schreibmaschinen wachsen Blüten, Schädel, Masken; Knochen werden zu Mühlen, Friese zu endlosen Archiven der Erinnerung.
Beide Welten – Roussels literarischer Park und Schulzes plastische Bildräume – sind von derselben Logik getragen: dem Drang, das Banale ins Phantastische zu verkehren, das Wissenschaftliche in Poesie, das Dokumentarische in Groteske. Hier wie dort spricht das Ding selbst, verstrickt in Protokoll und Obsession, ein Inventar des Unheimlichen.
So wird Sprache bei Roussel zur Maschine, die Bilder gebiert – und bei Schulze zur Maschine, die Körper treibt. In beiden Fällen entsteht ein Universum, das zugleich Archiv und Traum, Exhumierung und Beschwörung ist.
Dr. Pelle Solus