Zur Zeichnung
Schon als Kind begann ich unter Anleitung meines Vaters, eines Kunstglasers und Glasmalers, zu zeichnen. Ab den 1970er Jahren entwickelte sich daraus ein akademisch-zeichnerisches Naturstudium, das während meines Innenarchitekturstudiums in Trier einen zentralen Stellenwert erhielt und schließlich die Grundlage meiner Bewerbungsmappe für das Kunststudium an der HdK Berlin bildete. Zu meinen Lehrern zählten Prof. Hans Borkam und Prof. Claus Steinmann in Trier sowie später an der HdK Berlin Prof. Wolfgang Petrick.
Nach Abschluss meines Kunststudiums übernahm ich ab 1987 selbst die Rolle des Zeichenlehrers: als künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Architektur vermittelte ich plastische und bildnerische Grundlagen.
Für mich ist Zeichnen immer eine Wahrnehmungsaufgabe gewesen – ein Lernen des Sehens. Sichtbare Wirklichkeit wird zum Ausgangspunkt für eine zeichnerische Übersetzung: ein konzentriertes, fast meditatives Abtasten mit den Augen, das über Gehirn, Arm und Hand in die Spur des Stiftes auf dem Papier mündet. Neben der technischen Fertigkeit erwachsen daraus räumliche Vorstellungskraft und Abstraktionsvermögen.
Mit den Jahren wurde der Umgang mit dem Medium freier, doch die Reminiszenz an die Natur blieb stets ein fester Bestandteil meiner künstlerischen Weltbeschreibung.