1983-86                                                          Projekt: KAMMERJÄGER

The exterminator referred to here does not belong to the professional group of destroyers of unwelcome small creatures, who can be reached on 030/6634065, but is rather a metaphor. He is on a hunt in space and is interested in the various appearances of the things and beings he lies in wait for. He does not exterminate, but rather builds up an image of the fascination of an insect wing or a chitin-covered beetle shell. He is, as it were, a collector who searches for subtle secrets under stones and treats them like trophies. Michael Schulze 1985/86

The insect-like embodies both threat and fascination—it stands for decay, grief, and dissolution, but also for the dream of flying, for freedom and transcendence.

Das Insektenhafte verkörpert dabei zugleich Bedrohung und Faszination – es steht für Verfall, Trauer und Auflösung, aber auch für den Traum vom Fliegen, für Freiheit und Transzendenz.

The result is a complex body of work that intertwines nature, technology, and myth, and reexamines humanity in the mirror of the unfamiliar. Dr. Pelle Solus

Dr. Pelle Solus

  • Portrait des
    Kammerjägers
    1985
    44 x 30 cm
     
     
    Das Portrait des „Kammerjägers“ gibt dem metaphorischen Jäger der Serie ein Gesicht. In kräftigen, kontrastreichen Rottönen gehalten, oszilliert das Bild zwischen klassischem Portrait und surrealer Überblendung: Ein Insekt nistet sich auf der Stirn des Dargestellten ein, verwächst mit dem Haar und fungiert als ikonisches Attribut. Die Physiognomie ist ernst, konzentriert, fast abwesend – der Blick des Jägers richtet sich nach außen, zugleich aber auch nach innen, in eine Welt subtiler Wahrnehmungen. Die Verschmelzung von Mensch und Insekt verweist auf die symbiotische Beziehung zwischen Beobachter und Beobachtetem: Der Jäger wird Teil seiner eigenen Beute, Träger jener fremdartigen Schönheit, die er eigentlich nur zu sammeln vorgibt. Im Kontext der 1980er Jahre reflektiert das Werk die künstlerische Auseinandersetzung mit Hybridität und Identität. Das Insekt als „Fremdkörper“ markiert zugleich Bedrohung und Erkenntnismedium. Schulze entwickelt daraus eine ikonographische Figur des künstlerischen Forschers, der nicht tilgt, sondern transformiert – ein „Jäger“ im Reich der Bilder und Metaphern.

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