Ein Gitarrist, der mich nachhaltig prägte, war John McLaughlin. Besonders seine akustischen Aufnahmen inspirierten mich, selbst mit der Konzertgitarre zu experimentieren. Dabei entstanden eigene Kompositionen, die jedoch nicht in das Konzept von Holzwurm passten. Während sich Holzwurm zunehmend darauf konzentrierte, Coverstücke perfekter zu spielen, zog es mich zu einem eigenen Ausdruck jenseits von Publikumsgeschmack und Erwartung.

So gründete ich 1971 die Gruppe Mephisto. Unser Proberaum blieb im Exzellenzhaus. „Mephisto“ sollte teuflisch gut sein – und tatsächlich verkörperte Alfred Zehren am Schlagzeug diese Energie mit kraftvollem Spiel. Ergänzt wurde er durch Detlef Hill am Bass, der für neue Ideen offen war. Mit ihm verbanden mich auch private Sessions auf Gitarre und Sitar – schöne Erinnerungen. Am Keyboard und E-Piano stand Christian Wendt, der mit stoischer Ruhe spielte und zeitgemäß auch den Synthesizer einsetzte. In den Anfängen war zudem Manny Welter mit Saxophon dabei; nach seinem Weggang kam der Geiger Norbert Lauer hinzu. Für kurze Zeit bereicherte uns auch ein Cellist.

Beeinflusst von John McLaughlin (The Inner Mounting Flame), Jean-Luc Ponty, Terje Rypdal und Larry Coryell entstanden ausschließlich instrumentale Stücke. Sie waren um ein Leitmotiv gebaut, öffneten sich dann aber weiten Improvisationsräumen, die ins Psychedelische oder Jazz-Bluesige drifteten.

Meine Absicht war immer, stärker in Richtung akustischer Instrumente zu gehen – was man heute „unplugged“ nennen würde. Vielleicht waren wir dieser Idee damals noch nicht ganz gewachsen. Jedenfalls endete 1973 meine Trierer Zeit: Ich zog nach Berlin, um dort Kunst zu studieren – mit dem Gefühl, dass Mephisto ein wichtiger Schritt meiner musikalischen Selbstfindung gewesen war.

Mephisto im Fetzenreich in Trier

MEPHISTO in Bernkastel-Kues

Günter Klotz, immer für eine Session offen…..!

Ich mit meiner “falschen” Gibson (Hoyer!)

Mephisto wieder im Fetzenreich in Trier