Holzschnitte zu den Ethno-Reliefs, 2011

Bei den Ethno-Reliefs stand meist eine Reise oder eine andere Form von Analyse oder Recherche am Anfang des Arbeitsprozesses. Der Gestaltungsprozess selbst wurde jedoch intuitiv durch einen quasi vernunftlosen, spielerischen Impuls bestimmt, mit dem die Dinge behandelt und kombiniert wurden. Manches Mal entstand dabei das Schlüpfen in fremde Rollen oder das Eintreten in imaginierte Situationen. Dieses Verhalten setzt eine Offenheit voraus, die wiederum dazu führte, die Ethno-Reliefs als Modell für die farbigen Holzschnitte zu nutzen.

Die Holzschnitte entstanden in der Technik der „Verlorenen Platte“, die keine Korrekturen oder Rückschritte erlaubt. Jede Entscheidung ist endgültig und wird unwiderruflich ins Material eingeschrieben. Gerade darin liegt eine Entsprechung zu dem experimentellen, fast vernunftfreien Impuls, der die Arbeiten trägt: das Zulassen von Kombinationen, Rollenwechseln und imaginären Szenen, die nicht durch vorab festgelegte Logik, sondern durch den Fluss der Arbeit selbst bestimmt werden. So sind die farbigen Holzschnitte nicht einfach Ableitungen der Ethno-Reliefs, sondern eigenständige Transformationen. Sie verbinden ethnografische Spur und künstlerische Erfindung, dokumentarisches Fragment und poetische Verdichtung. Im Wechselspiel von Analyse, Intuition und Technik entstehen Bildwelten, die kulturelle Begegnungen nicht ordnen, sondern als offene, vieldeutige Prozesse sichtbar machen – ästhetische Modelle für Aneignung, Transformation und die fragile

Es entstanden dabei 7 drei- bis vierfarbige Drucke in der “Verlorenen Platten” Technik, in einer Auflagenhöhe von je 30 Exemplaren pro Motiv, Druckstockgröße von je ca. 90 x 45 cm.

  • AFRIKANISCHE INTERPRETATION 1