Die „Vogelmänner“ (1983/84) lassen sich als Allegorien der menschlichen Hybris lesen – als Plastiken, die den ewigen Traum vom Fliegen ins Bild setzen und zugleich das Scheitern am eigenen Fortschrittsdrang vorwegnehmen. Sie stehen damit in einer langen Traditionslinie: vom mythischen Ikarus über Leonardos Flugmaschinen bis zu den technischen Hybriden des 20. Jahrhunderts.
Ihre fragile Konstruktion aus Holz, Metall, Polyurethan und textilen Häuten enthüllt eine doppelte Wahrheit: Zum einen verkörpern sie die Sehnsucht nach Transzendenz, nach Überwindung der irdischen Grenzen. Zum anderen machen sie sichtbar, dass dieser Aufbruch nur durch künstliche, provisorische Apparaturen möglich ist, deren Brüchigkeit das Versprechen jederzeit unterläuft.
So werden die „Vogelmänner“ zu Symbolen einer conditio humana, die in der Moderne immer deutlicher hervortritt: Der Mensch strebt nach Entgrenzung und findet sich doch immer wieder in der Falle seiner eigenen Konstruktionen. Die Figuren halten uns den Widerspruch vor Augen, dass Fortschritt ohne Fragilität nicht denkbar ist, dass Hybris und Scheitern unauflöslich miteinander verschränkt sind.
VOGELMANN 1, 1983/84, Hängeobjekt, H ca. 120 cm
VOGELMANN 2, 1983, elektro-kinetisch, Holz Metall, Polyurethan, H 160 cm
VOGELMANN 3, 1983, elektro-kinetisch, Holz, Metall, Nylontuch, Polyurethan,
H 150 cm
Skizzen und Zeichnungen zum VOGELMANN, 1983/84