Der Kammerjäger ist hier eine Metapher: ein Jäger im Raum, der nicht vertilgt, sondern aufspürt. Seine Beute sind Erscheinungen – die fragile Transparenz eines Insektenflügels, die Härte eines Chitin umhüllten Panzers, die Strukturen des scheinbar Kleinsten. Er sammelt, wo andere vernichten, und erhebt seine Funde zu Bildern einer Faszination.
Die Mappe erscheint wie ein Zyklus von Jagdszenen, in denen das eigentliche Begehren nicht das Töten, sondern das Innehalten, das Ergreifen und Bewahren der Erscheinung ist. Der Gatte, Die Königin, Die Braut spiegeln menschliche Rollen im Insektenreich. Im Netz zeigt das Gefangensein in Ordnungen, Durchleuchtung den wissenschaftlichen Blick ins Verborgene. Der Renner und Nachtfalle thematisieren Jagd, Geschwindigkeit und Täuschung. Witwenzopf schließlich nimmt Bezug auf ein gleichnamiges Objekt.
Zwei Prägedrucke und acht Radierungen auf Zink (27 × 22 cm) verbinden naturkundliche Präzision mit poetischer Setzung. Jede Linie ist Studie und Metapher zugleich. Mit einer Auflage von 18–20 Exemplaren pro Blatt, in einer Mappen Edition von 24 Stück, bleibt der Zyklus bewusst exklusiv.
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